Einblicke

Will man etwas erklären, dann ist es die erste Aufgabe, „Licht in die Sache“ zu bringen, etwas „klar zu machen“, etwas zu verdeutlichen. Alles andere ist zuerst einmal nachrangig.

In der Kommunikation von Organisationen – wirtschaftlich wie politisch – wird das oft missverstanden. Ohne solche Fundierung in der Sache ist aber die „schönste Rede“ schlicht nichts. Schlimmer: Sie ist irreführend, wenn ihr die Realität fehlt. Und sie wäre geradezu böswillig, wenn dies mit Absicht geschähe.

Einblicke zu geben, das ist deshalb die erste Aufgabe in der professionellen Kommunikation. Unzählig viele Bilder gibt es dafür in unseren Sprachen: Wir erweitern den Horizont, wir lassen tiefer sehen, wir sagen „bei Licht besehen“, „klarmachen“ oder „verdeutlichen“, wenn sich aus einem Zusammenhang neue Hinweise zum besseren Verständnis ergeben.

Technisch sind es die „Ws“, um die es geht: Wer macht was wann und warum, ja dann noch „wie“ und „auf welche Weise“. Sprachlich – das lehrt die Rhetorik seit den griechischen Klassikern recht ausdrücklich – , sprachlich bewegt man die Leser oder Zuhörer dabei durchaus emotional, und man spricht Dinge an, die sie kennen. Doch es ist ein ethisches Ideal, dabei ehrlich und „bei der Sache“ zu bleiben.

Und „bei Licht besehen“ ist all das im Grunde trivial. Nur heisst „trivial“ in etwa so viel wie „grundlegend“, und man muss sich immer vor Augen führen, dass das Grundlegende einer Sache zumeist sehr gut erklärt, was sie ist. Deshalb hat man das „Grundlegende“ einer Sache immer schon die Substanz (wörtlich: das Zugrundeliegende; lat.) genannt. Und professionelle Kommunikation ist immer auch „substanziell“.

Aber als erster Blogbeitrag in einer – hoffentlich – langen Reihe ist deshalb dieser Beitrag auch ein grundlegender: Eigentlich selbstverständlich, wenn man genau hinsieht, trivial also, aber eben auch grundlegend, eine „kommunikative Standardsituation“ gewissermassen. Es ist so ähnlich wie bei vielen Sportarten: Nur wer die Standardsituationen beherrscht und die „Pflichtspiele“ gewinnt, der kann ein Gewinner sein. Für die anderen gilt das englische Sprichwort, dass es nämlich in jedem Fall noch „Raum für Verbesserungen“ gibt.

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