Warme Stimmen

Gefühlvoll und famliär:

Ein Jodler-Abend in Wimmis.

Zusammen mit der Jodlerinnengruppe Engelhooren (Haslital) und der Musikgruppe „Arisgruess-Örgeler“ (Meiringen) organisierte der Jodlerklub Wimmis am 2. Februar in der Wimmiser Aula Chrümig einen insgesamt gut besuchten Unterhaltungsabend.

Jung, frisch und freundlich führten die Moderatoren Adrian Stucki (Präsident) und Michaela Gobeli (Sängerin) durch das umfangreiche und facettenreiche Programm.

Engagierte Handörgeler und sympathisches Publikum

Traditionell fundiert, aber mit gekonnt vorgetragenen Ausflügen in die moderne Unterhaltungs- und Tanzmusik umrahmten die „Arisgruess Örgeler“ den Abend und spielten nach Ende des Konzertprogramms auf der Bühne zum Tanz auf.

Das sympathisch entspannte Publikum genoss den Abend und die hervorragende Festwirtschaft sichtlich. Und auch Mitglieder des Wimmiser Gemeinderates, so Barbara Josi, die dem Abend eine satte Portion gute Laune beisteuerte und einen grösseren Kreis von Gästen um sich sammelte, würdigten durch ihre Anwesenheit die aufopferungsvolle Arbeit des nun schon über 75 Jahre bestehenden Jodlerklubs Wimmis auf angenehme und gute Weise.

Oft und in allen Phasen des Abends gab es nachhaltigen Beifall, und das eine ums andere Mal wurden unmissverständlich Zugaben gefordert. Was dann die gegen Ende auch gemeinsam auftretenden Chöre als zusätzliche Einlagen boten, das ersetzte zur Erheiterung des Publikums wenigstens in Teilen das leider wegen Krankheit ausgefallene Theater.

Im Zentrum: Der Jodlerklub Wimmis

Im Zentrum des Abends stand natürlich der Jodlerklub Wimmis und seine bisweilen fast andächtig vorgetragenen Darbietungen. Spürbar verjüngt trat der Chor unter der Leitung von Michael Meyer mit farbenreichen, meist fünfstimmigen Kompositionen aus der regionalen Tradition auf.

Auf der Grundlage der starken Bässe entfalteten die meist jungen ersten und zweiten Tenöre samt den Oberstimmen einen bisweilen virtuosen Vortrag, der vor allem durch die markant klingenden Naturtöne und „Jutzer“ ergänzt wurde. Ein schönes Zusammenspiel von sehr hohen Männerstimmen mit den sich vorwiegend in mittleren und tiefen Lagen bewegenden Frauenstimmen war charakteristisch für den nahezu drei Generationen umspannenden Wimmiser Jodelchor.

Ein erfahrener Dirigent

So viel Sorgfalt und Musikalität braucht einen erfahrenen Dirigenten, und der, Michael Meyer, erläuterte in einem „Pausengespräch“ hinter der Bühne seine Absichten und sein Vorgehen mit dem Chor in einem privaten Gespräch dann sehr ausführlich.

Er selbst hat seine Prägung im Bernisch-kantonalen Jodlerverband schon vor längerer Zeit erhalten. Gut eineinhalb Jahre lang hat er damals eine Ausbildung zum Dirigenten eines Jodelchores gemacht, und jede Woche opferte er viel Zeit für diese Herzblut erfordernde Aufgabe.

Schon gut zwei Generationen Jodlerinnen und Jodler begleitete er seitdem an verschiedenen Orten. Doch dabei hat er auch Sorgen: Es fehle nicht an Nachwuchs, aber vielen fehle es – wenn sie neu zu einem Jodelchor dazustossen – zunächst einmal an gesanglicher Eigenerfahrung. Da müsse man zuerst einmal viel Aufbauarbeit leisten. Dazu kämen dann die für das Jodeln so typischen Techniken, wie der Zungen- und der Kehlkopfschlag oder der Zungentriller, alles Dinge, die man erst einmal lernen muss. Doch er freue sich umso mehr, dass gerade in Wimmis immer wieder gute, neue Anfänge gelungen seien.

Freundliche Wimmiser und Ausblick auf die Faschingszeit

Nicht nur der Wimmiser Jodler-Vizepräsident Peter Wampfler gab in seiner zuvorkommenden Art am Rande des Abends immer wieder einladende Hinweise auf die nun bevorstehende Faschingszeit. Es war das gesamte, sehr freundlich gestimmte Wimmiser Publikum, das dem gelungenen Abend eine angenehme Note verlieh. Von Tristesse wegen der leider ausfallenden Theatervorführung also keine Spur. Dennoch wird der Jodlerklub Wimmis nun ein ganzes Jahr lediglich „probender Weise“ ein neues Programm für 2020 erarbeiten. Denn wegen Krankheit sind in 2019 keine Aufführungen mehr möglich.

Inspiration Jodlerinnen

Vielleicht konnte da das bemerkenswert gute und fast professionell wirkende Jodlerinnen-Ensemble „Jodlerinnengruppe Engelhoore“ aus dem Haslital ein wenig Inspiration liefern. Die mutigen und ausgeprägt musikalischen Frauen überzeugten nicht nur durch einen geradezu makellosen Vortrag, sondern auch durch einen äusserst gekonnt erarbeiteten, manchmal nur dreistimmigen Tonsatz und eine dramaturgisch abwechslungsreiche und am Ende – in den Zugaben – dann fast schauspielerische Darbietung. Ein musikalisch klarer und menschlich wie stimmlich warmherziger Auftritt, der – ganz am Ende – dem einen oder anderen die „Hühnerhaut“ unters Hemd kommen liess.

Entspannt und mit Zuversicht verabschiedete sich dann Präsident Adrian Stucki am Ende: Sie würden dieses Jahr „schon gut weitermachen“, und er freue sich über die vielen jungen Mitglieder. Und diese Zuversicht sprang auch auf das bestens unterhaltene Publikum über und trug es noch bis fast an Mitternacht heran durch Tanz und Unterhaltung und den Genuss eines „guten Tropfens“.

 

Dem Jodlerklub Wimmis gelang ein unterhaltsamer Abend mit sehr gekonnten Aufführungen und einem stimmlichen Generationen-Mix.

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