Saisoneröffnung mit Olga Aegerter

Es war sicher eine Überraschung: Der ukrainische Botschafter in der Schweiz, Artem Rybchenko, besuchte am Nachmittag des 4. Mai, die Vernissage der Ausstellung der in Oberwil wohnhaften Olga Aegerter im Agensteinhaus. Der Verein Freunde des Agensteinhauses, seit Jahren vom „dauerhaften Interimspräsidenten“ Bernhard Wüthrich geführt, hatte nach seiner zuvor abgehaltenen Hauptversammlung geladen.

Die ukrainisch-schweizerische Künstlerin Olga Aegerter bei der Vernissage ihrer Ausstellung im Erlenbacher Agensteinhaus in ansteckender Fröhlichkeit.
Die seit 2012 in der Schweiz verheiratete gebürtige Ukrainerin und Mutter von drei lebhaften Kindern zeigt im Agensteinhaus noch bis zum 28.6. ihre Ausstellung „Wanderung in die Bergwelt“. Die Bilder, deren Motive ausnahmslos aus der näheren Umgebung ihres Wohnortes Oberwil stammen, erfassen die Eindrücklichkeit der Bergwelt in einer von der professionellen Technik der Künstlerin getragenen Frische und Farbigkeit. In rustikale Rahmen gefasst, gliedern sie sich exzellent in die spätbarocke Bäuerlichkeit des Museums Agensteinhaus ein.

Präsident Bernhard Wüthrich wies in seiner Eingangs-Ansprache auf einen Umstand hin, den Viele immer wieder erleben, den aber nur Wenige wirklich greifbar fassen können: „Augenblick und Berg gehören zusammen“, formulierte er. Immer wieder erzeugen Berge und Wälder, Wind und Wetter einmalige Stimmungen, die selbst tief Vertrautes dann plötzlich wie einen völlig neuen Augenblick erscheinen lassen. Die Zeit scheint für einen unendlich langen Moment stehen zu bleiben, und man glaubt etwas Neues und vielleicht Bleibendes sei entstanden. Man will verweilen.

Olga Aegerter gibt mit ihren Bildern und ihren charmanten Erläuterungen diesem Empfinden einer meist beglückenden, manchmal – etwa bei bedrohlichem Wetter – aber auch bedrückenden Überraschung einen farbigen, fast jugendlichen Ausdruck.
Die Mitglieder des Freundesvereins im Agensteinhaus und die geladenen Gäste, unter ihnen eben auch der ukrainische Botschafter, der auch Deutsch und Englisch spricht, genossen den Nachmittag beim Apéro und vielen Gesprächen. Und die drei Musiker vom „Spiezer Örgeli Plausch“ untermalten die entspannte Fröhlichkeit der Versammlung.
Daneben gab es auch Praktisches zu vermelden, so etwa, dass die spätbarocke Feuerspritze von 1757, die lange in Spiez untergebracht war, wieder nach Erlenbach zurückgekehrt ist und im kommenden Jahr 2020 mit Themenabenden vorgestellt wird.

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